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IRLAND - SHANNON - MÄRZ 2007
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Ein Reisebericht über Fischen in Irland am Shannon zu einer etwas ungewöhnlichen Zeit.
Während die meisten Angler im Sommer Irland bereisen, bin ich fast immer im Frühjahr oder im späteren Herbst unterwegs. Denn zu dieser Zeit ist es am Shannon herrlich ruhig und es gibt kaum Bootsverkehr.

So organisierte ich auch dieses Jahr eine Reise für fünf Personen vom 17. bis 24. März 2007. Unser Reiseziel war der Shannon im Abschnitt von Carrick-on-Shannon bis kurz vor Rooskey.

Samstag - Anreise

Von München aus in Dublin am Flughafen angekommen, sahen wir gleich vier junge Burschen mit Angelausrüstung, die etwas hilflos herum blickten. Es stellte sich heraus, dass sie zum ersten Mal in Irland waren und ebenfalls den Transferbus suchten. Also schlossen sie sich uns an, und wir fuhren mit dem selben Bus. Wir luden die vier Münchner in Belturbet am River Erne ab, natürlich nicht ohne ihnen ein kräftiges Petri Heil zu wünschen.

Für uns ging es in einer vierstündigen Busfahrt weiter nach Carrick-on-Shannon. Dort angekommen, übernahmen wir unser Boot, verstauten unsere Utensilien und tätigten noch diverse Einkäufe.

Zwar etwas müde von der Anreise, konnten wir doch den nächsten Tag kaum mehr erwarten.


Emerald Star Marina

Emerald Star Magnifique (8+2)

Emerald Star Magnifique (8+2)
Das Boot

Wir hatten von der Emerald Star Line die Magnifique (8+2) gemietet.

Ein Boot, das einem beim ersten Anblick wirklich den Atem verschlägt. Mit seinen 14,5 Metern Länge, der eleganten Form und nicht zuletzt der tollen Inneneinrichtung ist es für einen Angelausflug wirklich der Luxus pur.

Bei diesem Boot ist einfach alles vorhanden, was man sich nur wünschen kann. So bietet es beispielsweise drei Duschen und Toiletten, vier Kabinen mit 10 Schlafplätzen, drei Kochplatten, eine Raumhöhe von sagenhaften zwei Metern, einen Wäschetrockenschrank (ganz praktisch für Angler), Musikanlage, Kühlschrank, Gefrierschrank, einfach alles da.

Ein geräumiges Sonnendeck lädt auch mal zum Entspannen ein. Und auch mit zwei Steuerständen innen und außen ist man bestens versorgt.
Die Manövrierbarkeit lässt keine Wünsche offen. Vor allem durch die Bugstrahler wird das „Einparken“ zum Kinderspiel.

Sonntag

Früh am Morgen fuhren wir ab in Richtung Lough Key. Das Wetter zeigte sich von seiner schlechteren Seite. Stürmischer Wind mit Regen lud nicht wirklich zu einem Aufenthalt im Freien an.

Doch richtige Fischer lassen sich von solchen Kleinigkeiten kaum abschrecken. Darum wurde das Angelzeug ausgepackt, die Fischer selbst warm eingepackt und der erste Angeltag konnte losgehen.

Auch wenn der Wettergott kein Einsehen mit uns hatte, ist dieser ja auch für den Fischfang zuständig. Und in dieser Rolle zeigte er sich gnädig. Schon am Lough Drumharlow konnten wir uns über den ersten Hecht freuen. Ein zweiter Fang kurz darauf ging leider verloren. Kein Wunder also, dass wir trotz trübem Märzwetter recht optimistisch waren.

Weiter ging es durch die Schleuse „Claredon Lock“ mit einer Überquerung des Lough Key bis zur Boyle Marina.

In der Marina angekommen stellten wir fest, dass am Boot kein Wasser vorhanden war. Nicht weiter tragisch, denn nach einem kurzen Anruf bei Emerald Star kamen rasch zwei Monteure, die eine neue Wasserpumpe einbauten.


Peter und Hecht bei stürmischer See

Schnee auf den Bergen im März

Eine Sturmfront naht bei Lough Drumharlow

Nach dem Regen bei Kilglass
Montag

Wir fuhren zurück in Richtung Carrick. Kurz nach der Schleuse fingen wir wieder einen schönen Hecht.

Weiter ging es durch die Schleuse „Albert Lock“ in Richtung Lough Kilglass. Mit dem Fischfang sah es zwar schlecht aus, dafür bekamen wir am Lough Boderg einen guten Eindruck von Irlandstürmen. Der Wind frischte stark auf und heftige Wellen schüttelten das Boot kräftig durch. Letztere sorgten dafür, dass unser gedeckter Tisch rasch wieder unfreiwillig abgeräumt wurde.

So rasch wie die Stürme kommen, so rasch verziehen sie sich aber auch wieder. Bereits am Lough Carnadoe wurde der See wieder ruhiger.

Angekommen am Lough Kilglass stellten wir fest, dass der neue Anlegeplatz zwar bereits fertig gebaut, aber noch kein Zugang zum Land möglich war. Davon ließen wir uns jedoch nicht stören und verbrachten dort die Nacht.

Dienstag

Nachdem es in der Nacht rasch aufgeklart hatte, bot sich an diesem Tag ein schönes Kontrastprogramm zu den Vortagen. Prächtiges Frühlingswetter zeigte die Landschaft in voller Pracht.

Dummerweise ließen sich die Fische davon aber nicht beeindrucken. Wir schleppten einen halben Tag lang am Lough Kilglass ohne Erfolg.

Der Vorteil eines eigenen Bootes ist die Mobilität. Also beschlossen wir kurzerhand zum Lough Grange zu fahren, wo wir uns mehr Fangglück erhofften. Nun gut, Hoffnungen sind bekanntlich da, um ab und zu auch zerstört zu werden.

Nach etlichen erfolglosen Versuchen ging es weiter über Lough Boderg und Lough Tap vorbei an der „Albert Lock“ nach Drumsna, um dort anzulegen.

Ich nutzte die Gelegenheit, um meinen alten Freund Rudi anzurufen. Wir kennen uns bereits seit 25 Jahren, er arbeitet in Carrick und so verabredeten wir uns vor Ort. Schön, wenn man erfolglose Angeltage durch das Treffen eines alten Freundes zu einem guten Ende bringen kann.


Enge Durchfahrt vor Cootehall

Typisch irisches Haus bei Lough Drumharlow

Abendstimmung in Drumsna
Mittwoch

An diesem Tag erlebten wir nicht nur wieder strahlendes Irlandwetter, sondern auch die berühmte irische Gastfreundschaft.

Wir wollten in Jameston einen Angelladen besuchen. Da Jameston am Landweg keine zwei Kilometer von Drumsna entfernt ist, der Wasserweg aber etliche Kilometer länger beansprucht, fragten wir einen Einheimischen nach einem Taxi. Anstatt uns den Weg zu einem Taxistand zu erklären, fuhr er uns gleich selbst nach Jameston. Die Iren sind wirklich ein gastfreundliches Volk.

In Jameston gibt es einen hervorragend sortierten Angelladen. Direkt hinter dem Stadtmauertor findet sich rechts eine Zufahrt zum Shannon. Über diese Zufahrt kommt man zum Angelladen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Auch hier wieder ein Beispiel der irischen Freundlichkeit. Obwohl wir vor Ladenöffnung ankamen und der Inhaber noch schlief, war er innerhalb weniger Minuten auf den Beinen und bediente uns überaus freundlich.

Gegen Mittag fuhren wir wieder mit dem Boot gemütlich und ohne Eile zurück nach Carrick. Ein Pub-Besuch am Abend ließ den Tag so freundlich ausklingen wie er begonnen hatte.

Donnerstag

Mit wiederum strahlendem Sonnenschein, Windstille und völlig ruhigem Wasser präsentierte sich der Shannon so idyllisch, wie ich ihn in 25 Jahren noch nie erlebt hatte.

Diesmal versuchten wir unser Glück wieder beim Lough Drumharlow. Und siehe da, kaum angekommen, fingen wir bereits den ersten Hecht. Noch wussten wir nicht, dass dieser auch unser letzter Fang sein sollte.

Einige Zeit probierten wir dem Fangglück mit dem Dingy auf die Sprünge zu helfen. Aber Glück lässt sich eben nicht zwingen. Dennoch war es schon aufgrund des Wetters ein fabelhafter Tag.

Weiter ging es nach Cootehall. Dort legten wir bei der neuen und wunderschönen Marina, die für 50 Boote Platz bietet, an.

Ein Besuch des Watersplash-Pubs war natürlich Pflicht. Hier kann man uriges Irland pur erleben. Wer diesen Tipp nicht nutzt, weiß nicht, was er versäumt und ist selber schuld. Und so ging auch dieser Tag auf recht angenehme Weise zu Ende.


Die neue Marina in Cootehall

Die alte Anlegestelle in Cootehall

Der Kanal "Albert Lock"
Freitag

Nach einem gemütlichen Frühstück bei herrlichem und warmem Wetter schipperten wir wieder langsam nach Carrick. Dort wurde das Boot abgegeben, die Angelutensilien verstaut und die eigenen Körper wieder mal richtig gepflegt.

Der angenehme Frühlingstag wurde für ausgiebiges Sightseeing in Carrick genutzt. Eine typisch irische Stadt, die durchaus sehenswert ist.

Abends verabredeten wir uns mit meinem Freund Rudi und ließen den Tag bei Guinness und Whiskey ausklingen.

Samstag

Mit dem Transferbus ging es wieder zum River Erne, wo wir die vier Burschen abholten. Natürlich waren wir schon recht gespannt auf ihre Fangergebnisse. Und diese konnten sich mit 10 Hechten durchaus sehen lassen. Alle mit Größen zwischen 50 und 70 Zentimeter. Denn man sollte bedenken, dass wir ja zu einer etwas ungewöhnlichen Zeit in Irland waren.

Idylle bei Kilglass


Wunderbare Abendstimmung bei spiegelglattem Wasser
Fazit

Über die Boote der Emerald Star Line brauche ich nicht viele Worte verlieren. Diese sind einfach traumhaft und der Service ist hervorragend.

Die Zeit im März ist vom Wetter her selbstverständlich etwas riskant. Man sollte durchaus auch mit Schlechtwetter und Stürmen rechnen. Aber wie in Irland üblich, ändert sich das Wetter sehr rasch, und auf kräftigen Sturm mit Regen und Hagel folgt kurz darauf wieder strahlender Sonnenschein.

Übermäßig viele Fische darf man sich um diese Zeit noch nicht erwarten. Dafür ist man aber fast alleine unterwegs. Es sind noch kaum Boote unterwegs, ganz im Gegensatz zum Sommer, wo man üblicherweise sehr starken Bootsverkehr und damit auch viel Fischerkonkurrenz hat.

Falls man sich also nicht unbedingt eine Riesenanzahl gefangener Fische erwartet, kann ich diese Zeit für einen Irlandtrip ruhigen Gewissens empfehlen.

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