Die Kupa ist ein fischreicher Fluss in Kroatien und Slowenien, der teilweise die Grenze zwischen beiden Ländern bildet. Sie entspringt im Nationalpark Risnjak auf slowenischer Seite, hinter Metlika fließt sie auf kroatisches Gebiet und mündet schließlich nach ca. 290 km bei Sisak in die Save. Ihre Trinkwasserqualität und die beständige Temperatur verdankt sie ihrer Karstquelle und zahlreichen, kleinen Quellbächen. Das Tal der Kupa ist durchwegs dünn besiedelt, mit einigen kleineren Ortschaften, die kaum über 100 Bewohner zählen.

Der befischbare Teil, von dem ich berichten möchte, erstreckt sich über 40 Kilometer. Dabei ist es möglich mit einer Lizenz von € 22.- (Stand 2009) in drei Strecken - Kupa, Kupica und Curak auf kroatischer Seite - überall mit der Trockenfliege und Schonhaken zu fischen.
Lobenswert zu erwähnen ist, dass in diesen Flüssen niemals Regenbogenforellen eingesetzt wurden, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Flüssen in Europa. Sollte sich doch mal eine an einer Fliege vergehen, so ist diese aus einer Fischzucht am Fluss Cabranka auf slowenischer und Kupica auf kroatischer Seite entkommen.
Die befischbare Strecke ist kaum zehn Kilometer vom Quelltopf entfernt. Sie ist unverbaut und dadurch ein idealer Lebensraum für Köcherfliege, Bachflohkrebs und andere Kleintiere, die man unter fast jedem Stein findet. Ein Umstand, der unter anderem auch die überaus große Population an Äschen erklärt, die man in allen Größen findet.

Wir wohnten diesmal in Brod na Kupi, direkt an der Grenze und befischten oberhalb des Dorfes eine Strecke von kaum zwei Kilometer. In Kroatien ist die Äsche auch bis 30. April geschont. Daher wollten wir auf Forellen angeln, was sich aber als äußerst schwierig herausstellte. Wir suchten uns kleine seichte Teilstrecken aus, in denen wir kaum waten mussten, und verwendeten bewusst größere Haken, um das Interesse der Äschen zu meiden. Allerdings waren an diesen Stellen derart viele Äschen, dass man einen Fang dieser praktisch nicht vermeiden konnte. So versuchten wir im schnelleren und tieferen Wasser die Äschen zu meiden. Leider war das Insektenaufkommen enorm gering, weshalb wir einfach eine 12er-Parachute montierten. Und siehe da, kaum der zweite Wurf … wieder eine Äsche. Mein Freund versuchte nun in tieferen Gumpen mit der Nymphe auf Forellen zu fischen und prompt gingen im zwar keine Forellen, aber kleinere Huchen mit 40/45cm an den Haken. Also mussten wir auch diese Fischerei wieder einstellen. Huchen von größerem Kaliber sahen wir deren zwei.

Wie der Zufall so spielt, sahen wir ein Auto mit Kennzeichen unserer Region am Wasser stehen und trafen uns dann auch. Lustigerweise war es ein Bekannter, dem es mit der Anglerei genau so ging wie uns. Ansonsten waren keine Fischer am Wasser unterwegs. Zu dieser Zeit waren die Curak und die Kupica noch gesperrt, beide sind erst ab 16. Mai befischbar.
Ich kann die Regelung der Öffnungszeiten nicht nachvollziehen, denn die Kupa ist bereits ab 1. April befischbar, wogegen die Kupica und Curak (kleinere Gewässer) erst ab 16. Mai geöffnet sind. Etwas seltsam deswegen, weil in jedem Gewässer der gleiche Fischbestand ist.
Was auch erwähnenswert ist, dass die Kupa, sollte sie sich durch starken Regen eintrüben, bereits am nächsten Tag wieder befischbar ist.

Die Kupica mit ihrer Länge von drei Kilometer mündet in Brod na Kupi in die Kupa. Das Vorkommen von Bachforellen ist stärker als in der Kupa. Jedoch wird die Kupica sehr gerne auch von den einheimischen Vereinsmitgliedern befischt, sodass der Befischungsdruck ob ihrer Länge doch sehr hoch ist.
Die Curak ist zum Unterschied ein kleiner Gebirgsbach und entspringt unter einem großen Felsen. Der Farbe wegen wird der Ursprung die grüne Quelle genannt. Sie fließt zum großen Teil in einer Breite von vier bis sieben Metern durch bewaldetes Gebiet. Ein wahres Fischereierlebnis mit der 3er-Rute. Sie vereint sich nach sieben Kilometern mit der Kupica, die wiederum nach drei Kilometern in die Kupa mündet. In der Kupa ist eine Entnahme von zwei Forellen pro Tag erlaubt, in den anderen zwei Bächen ist Catch & Release angesagt.

Da das Fischen auf Forellen sich doch als extrem schwierig herausstellte und wir nicht unabsichtlich als Schonzeitbrecher dastehen wollten, beschlossen wir die Fischerei zu beenden. Allerdings nicht traurigen Herzens, sondern hoch erfreut darüber, dass die Äschenpopulation nach wie vor hervorragend ist und erfreuliche Fischertage zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr versprach. So fuhren wir an die kaum 70 Kilometer entfernte Adria und ließen uns dort mit Köstlichkeiten aus Meeresfrüchten verwöhnen.

Fazit von unserem Fliegenfischertrip an die Kupa: Wer die feine Fliegenfischerei liebt und gerne auf Sicht Äschen überlisten will, ist an diesem Gewässer bestens aufgehoben. Denn ohne zu übertreiben, ich habe in meinem langen Leben europaweit noch kein besseres Gewässer für die Äsche gesehen. Wir freuen uns jetzt schon auf das schöne Fliegenfischen etwas später im Jahr in Kroatien außerhalb der Schonzeit für Äschen.
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